00:00:02:
00:00:23: Ich weiß nicht, ob hier schon einige das Buch gelesen haben.
00:00:26: Wir haben es verschlungen und es wurde immer tiefer und immer interessanter.
00:00:31: wir haben uns sehr über das buch gefreut und ist super schön dass du hier bist.
00:00:35: die moderation wird maria brückner übernehmen.
00:00:39: die beiden stehen bereit.
00:00:41: Ja, ich wünsche uns allen einen ganz schönen Abend.
00:00:46: Hallo!
00:00:47: Sehr schön.
00:00:47: Vielen Dank.
00:00:48: Ich freue mich sehr über die einleitenden Worte.
00:00:50: Ich freu mich auch sehr über Die Anfrage zur Moderation jetzt schon zum zweiten Mal für den Dyke-March weil das Buch hat mich total gecatcht.
00:00:58: Ich fand es richtig, richtig schön, weil Es war sehr tief aber trotzdem sehr fluffig locker und Hat mich total mitgenommen also Gespannt bis zur letzten Seite.
00:01:10: Und gleichzeitig war es lockerfluffig und tief, also absolute Kaufempfehlung für alle die's noch nicht haben.
00:01:16: Wir werden jetzt ein bisschen neugierig machen durch einzelne Lesepassagen Die Laura vorliest.
00:01:21: wir haben uns vorher schon mal telefonisch gehört und dutzen uns.
00:01:25: insofern Machen wir das jetzt einfach weiter.
00:01:28: Dann sag ich ein paar Sachen über dich und du darfst mich korrigieren wenn das falsch ist.
00:01:32: Im Jahrgang Ninzeneunundachtzig und im Erzgebirge aufgewachsen Hast kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Uni Hildesheim studiert sowie Drehbuch an der DFFB.
00:01:43: Jetzt müsst ihr euch noch mal fragen, was die DFFb ist?
00:01:45: Deutsche Film- und Fernsehakademie
00:01:47: Berlin!
00:01:48: Alles klar vielen Dank.
00:01:50: Du hast eine ganze Reihe viel gespielter Theaterstücke geschrieben und im Jahr ist jetzt ein Debüt Roman Haus aus Wind vom Esfischer Verlag.
00:02:00: Haus aus wind soviel kann ich vorweig nehmen ist ein Surfroman.
00:02:04: bevor ich dich lesen lasse, wie kamst du aufs Surfen?
00:02:07: Ich habe gehört du surfest auch und aus dem Erzgebirge gekommen finde ich das ganz spannend.
00:02:12: Weil es ist jetzt nicht der erste Sportart die ich mir vorstellen könnte wenn man im Erzgebürge groß wird.
00:02:17: Wie kamst Du surfen?
00:02:19: also ich bin irgendwann aus dem erzgebürge wegzogen Und dann fahre ich auch gerne mal ein Urlaub zum Beispiel ans Meer und da hab ich es dann erst in Frankreich lange beobachtet am Atlantik und fand es einfach umwerfend schön.
00:02:38: Und dann habe ich's tatsächlich auch mal ausprobiert, in einem Surfcamp natürlich.
00:02:46: Da hab' ich sehr interessante Surflehrerinnen gehabt, was sehr selten... Also es gibt gar nicht oder gab damals gar nicht so viele Surfleherinnen, es waren eigentlich immer eher Männer.
00:02:57: Es ändert sich ein bisschen.
00:02:59: Die haben mir wahnsinnig viel erzählt über den Sport und auch über den Profi-Sport.
00:03:05: Noch mal eine Abgrenzung zu diesen ganzen Surfkursen, irgendwie hat mich das total faszinierend.
00:03:11: Und dann bin ich da schreibend zur Surferin geworden weil im echten Lebensurf ist es eher schlecht.
00:03:18: Vielen Dank!
00:03:19: Das hat auch gleich die Frage schon erklärt warum Surfsport als Rahmen für das Buch?
00:03:23: Magst du uns denn etwas zum Buch groben Inhalt sagen?
00:03:29: Ja, das mache ich sehr gerne.
00:03:31: Es ist ein Roman, das haben wir schon erfahren.
00:03:34: Er spielt in einem Surfcamp an der Algarve in Portugal und es geht um eine junge Frau die dort in einer heftigen Lebenskrise strandet.
00:03:46: Die ist noch nicht mal dreißig und hat schon ihr erstes Burnout Ängste, Panik und eine sehr destruktive innere Stimme die sie permanent begleitet.
00:04:00: Und auch noch ich muss jetzt nicht das ganze Buch spoilern aber sie schlägt da auf und versucht sich irgendwie so aus ihrer Krise heraus zu arbeiten und trifft dabei sehr viele unterschiedliche Menschen und einer davon ist die Surflehrerin Louche und eine andere ist Robin eine etwas ältere Frau, über die ich jetzt auch nichts verraten möchte für die, die das Buch noch lesen werden.
00:04:27: Aber zwischen denen entwickelt sich so eine Romanze und wie die ausgeht es würde ich jetzt nicht verratenen aber jetzt habt ihr so die Parameter Und einiges kriegt ihr in den Lesestellen
00:04:40: auch noch mit.
00:04:41: Ich bin total dankbar, dass du das gemacht hast.
00:04:43: Ich hätte viel zu viel gespoilert.
00:04:45: Das ist
00:04:46: okay aber ich lass es jetzt mal.
00:04:49: Ja vielen Dank!
00:04:49: Also dann würde ich direkt sagen gehen wir rein ins Buch.
00:04:53: Du
00:04:53: startest mit dem Anfang direkt richtig?
00:04:57: Yes Die Strandgeräusche um mich herum sind dumpf die stimmen in mir brüllen.
00:05:04: mein Körper fühlt sich wie abgetrennt an kurze schnelle Atemzüge meine Lippen spür ich alles anderes taub.
00:05:12: Noch immer bin ich unter Wasser und weiß nicht, wo oben und wo unten ist.
00:05:15: Zu welcher Seite das Land?
00:05:17: Ich breite die Arme aus um einen Schwimmzug zu machen in der Hoffnung fortzukommen nach oben.
00:05:22: Ich will die Beine zum Beinschlag spreizen aber es geht nicht.
00:05:25: warum nicht!
00:05:26: Ich winde mich versuche zu strampeln versuche zu verstehen was mich festhält.
00:05:32: Humistis ich öffne die Augen und Blinzelle Der Kopf einer kleinen Person mit ausgeglichenen Locken über mir.
00:05:40: Die Person tritt einen Schritt zurück.
00:05:43: Sie trägt ein Wet-Suit in einem korallenfarbenen Rot, im Arm hält sie ein großes blaues Surfboard Mein-Surfboard Ich kann Ihn Gesichtsausdruck nicht deuten.
00:05:54: Lächelt sie lacht sie mich aus schreit mich gleich an streicht mir über den Kopf nimmt meinen Puls küst meine Stirn bringt mich nach Hause.
00:06:03: It's not mine it's a rental erkläre ich und richte mich auf.
00:06:07: Ich muss husten.
00:06:08: Das meiste von dem Wasser, das ich geschluckt habe scheint noch in mir drin zu sein auch in den Ohren.
00:06:13: Nasser Sand zwischen den Fingern Meine Arme und Schultern.
00:06:16: Schmerzenvisau Und meine Knöche fühlen sich wund an Da wo sich die Leine des Surfboards um sie herum gewickelt und fester zusammengezogen hat Die mehr ich versuchte zu entkommen.
00:06:26: Das Board hatte schon aufgegeben Mich bereits darauf eingestellt ist Von der Surfschule in Rechnung gestellt zu bekommen Und mich nie wieder An diesem Strand blicken zu lassen.
00:06:36: Take care of it or you pay for it, sagt die kleine Frau und guckt jetzt definitiv ernst als ob ich das nicht wüsste.
00:06:44: Sie legt das Bord neben mir im nassen Ufer-Sand ab.
00:06:47: You okay?
00:06:48: Yes, sage ich obwohl es ganz offensichtlich nicht stimmt!
00:06:52: You have to be carefully.
00:06:54: the current is strong here.
00:06:56: sie dreht sich zum Ozean in ihrem Rücken und malt mit zwei Armbewegungen den Verlauf der Strömung.
00:07:06: Hoffentlich ist das nicht der eigentliche Versuch, denke ich und sehe ihr nach.
00:07:10: Sie sprintet ein paar Meter durch die Brandung, wirft sich der nächsten heranrollenden Welle entgegen und durchtaucht sie – und die nächste und die nähste!
00:07:20: Bald erreicht sie eine Gruppe von Leuten in Neon-Grünen-Trikots, die sich den Wellen entgegengstemmen ihre Bretter fest umklammert wie ich
00:07:27: vorhin.".
00:07:29: Mit einem Pfeifen auf zwei Fingern und einer großen Armgeste dirigiert sie ein paar von ihnen näher bei der Gruppe zu bleiben, nicht so weit abzutreiben.
00:07:37: Dann zeigt sie auf die Sonne dann auf ihr Handgelenk.
00:07:41: Der Ozean dröhnt Und mir kommen die Tränen Unnötig salzig.
00:07:48: Was war das denn für eine Aktion Johanna?
00:07:50: Hast du Sie noch alle Als ich mich neben dem Holzhäuschen aus dem heraus die Surfschule, der ich nun glücklich weiß er doch keine.
00:07:59: Zweihundert, Dreihundert.
00:08:00: Keine Ahnung was so ein Surfboard kostet Euro-Schulde Ihr Equipment verleiht.
00:08:04: aus meinem Wettzutpelle kommt die Person im roten Anzug noch einmal auf mich zu.
00:08:09: Diesmal hat sie die Schaf von Grünen Trikots um Gefolge.
00:08:12: Ihre Haare fallen ihr nass über die schmalen Schultern.
00:08:15: ausgeglichene Locken habe ich vorhin gedacht von der Sonne vom Salzwasser.
00:08:19: aber es könnten auch Reste einer Blondierung auf dunkelbraunem Haar sein wenn man dem Haaransatz glaubt und den dichten dunklen Augen brauen.
00:08:27: Ihre Augen darunter erinnern an die eines Hundes.
00:08:53: Und weißt du, wie oft am Tag die Krankenwagen-Sirenen durch meine Straße schreien?
00:08:57: in Berlin?
00:08:57: Könnte ich kontern.
00:08:58: Aber wozu?
00:09:00: Einem okay sage ich offenbar nicht überzeugend.
00:09:03: Ich unterdrücke ein Husten.
00:09:06: I know you berlin people too cool to ask for help.
00:09:10: You should come my class.
00:09:11: We meet here at nine thirty everyday.
00:09:14: i will teach the basics.
00:09:17: Ich will erklären dass ich mich mit berlin nicht identifiziere dass ich, wenn nicht an Berlindenke vor allem am Häufchen-Hundekot in allen Schartierungen von braunen Denken die bei Tauwetter auf den Bürgersteigen zu unförmigen Flatschen verlaufen und an Rosa.
00:09:32: Aber ich kriege kein Wort raus.
00:09:34: wahrscheinlich glott sich einfach nur wie ein Karpfen munthalb offen Augenglasig auraglitschig.
00:09:42: Ich gebe das Board und den Anzug... Ah!
00:09:45: Falsche.
00:09:47: Die Trikots fliegen in einen Korb aus elastischem Plastik Reißverschlüsse an Rücken werden aufgezippt, Bikini-Oberteile kommen unter Neopren zum Vorschein.
00:09:56: Zöpfe werden geöffnet, Wasser wird aus Ohren geschüttelt die Surfschüler innen haben gute Laune und bunten Sonnenblocker im Gesicht Und ich daneben mit meiner fransigen vernachlässigten Kurzarfrisur kriege meine Füße nicht durch die Beineufnung des nassen Wet-Suits.
00:10:11: Jede Bewegung tut weh.
00:10:13: Vielleicht habe ich Wasser an der Lunge.
00:10:15: Ich schaffe es schließlich mit einem Ruck, bei dem ich gegen die Holzwand kippe und mir den Kopf anstoße und beinah wieder losheule.
00:10:21: Was hast du dir denn gedacht, Johanna?
00:10:23: Dachtest du das wär so einfach?
00:10:25: Das hättest du einfach so drauf nur vom Zugucken gelernt.
00:10:28: Könntest du's nachmachen ohne es geübt zu haben?
00:10:31: Warum denkst du sind hier überall Surfschulen?
00:10:33: Nur du brauchst keine!
00:10:35: Weil du den Karton mit den Surfenden Pinguinen so mochtest... ...was ist los mit dir?
00:10:39: Wirst Du endlich wieder
00:10:40: normal?!
00:10:43: Durch die offene Balkontür des Hotelzimmers dringen das Klappern von Besteck und Gläser.
00:10:48: Und die Musik einer Playlist, in der jeder Song klingt als hätte Coldplay ihn gecovert.
00:10:53: Ein paar Kinder dürfen vor dem Abendessen noch in den Pool.
00:10:57: Ich stehe mit Herzklopfen im Türrahmen zwischen Badezimmer und Schlafzimmer und habe Angst mich wieder ins Bett zu legen doch noch zu ertrinken.
00:11:05: Angst, mir ein Bad einzulassen.
00:11:07: Angst auf den Balkon zu gehen.
00:11:09: Angst einen Buch aufzuschlagen.
00:11:11: Angst mich in den Sessel zu setzen und den Fernseher einzuschalten und dann nie wieder aufstehen zu können.
00:11:16: Angst zutief einzuatmen, Angst aufs Handy zu gucken und so sehen wer angerufen oder geschrieben hat oder nicht.
00:11:23: Angst jemanden anzurufen, Angst aus Versehen rosa anzuraufen.
00:11:27: Angst an Rosa zu denken, aus Angst... Immer an Rosa zu denken und immer rosa anrufen, zu wollen.
00:11:32: Angst zu glauben.
00:11:33: Dass Rosa die einzige ist, die mir helfen kann, Angst zu wissen dass die Einzige, die mehr helfen kann ich bin, Angst vor der Verantwortung Die Einzigen zu sein, die wir helfen können.
00:11:42: Angst nicht hilfreich zu sagen.
00:11:43: Angst für immer ängstlich zu sein.
00:11:45: Angst zu sein.
00:11:49: Gerd schiebt seine Nase unter dem zerknitterten weißen Bett Laken hervor.
00:11:54: Er schnüffelt an einem Kaffeefleck.
00:11:57: Jeden Tag Housekeeping in Anspruch zu nehmen kommt mir dekadent vor.
00:12:01: Dabei habe ich mal gehört, dass es für die Angestellten eigentlich besser ist wenn Gäste die Reinigungskette nicht unterbrechen.
00:12:07: Nach drei Tagen gibt es mehr zu putzen als nach einem aber die Zeit, die ihnen pro Zimmerreinigung zur Verfügung steht, ist dieselbe.
00:12:14: Allerdings ist für die Umwelt sicherlich besser, wenn nicht jeden Tag Chemikalien verballert und Handtücher gewaschen werden – so viel direkt mache ich ja nicht!
00:12:22: Auch nicht in drei Tagen, wobei seit meiner Ankunft gestern habe ich schon zwei Tassen Dreigleser und einen Styroporbehälter benutzt.
00:12:28: Die sich nun zu einem Turm stapeln, Kaffeeflecken auf der Bettwäsche hinterlassen und es geschafft Verpackungsreste und Bananenfelden neben dem Müll einmal landen zu lassen.
00:12:36: was bist du eigentlich für ein Schwein Johanna?
00:12:38: ganz ehrlich?
00:12:38: Wahrscheinlich hast auch eine Bremsspur im Klo hinterlassen.
00:12:41: geh mal lieber nachgucken.
00:12:43: Schluss damit.
00:12:43: jetzt sagt Gerd Hast doch nur wirklich genug erlebt heute.
00:12:49: das letzte was Du jetzt brauchst ist Mecca Johanni.
00:12:53: Er nennt mich Johanni, als wär ich immer noch vier!
00:12:56: Ich bin so bescheuert, Gerd... ...ist ja nochmal gut gegangen.
00:13:00: Man sollte mich nicht allein lassen.
00:13:02: Ich hab' ja gesagt, nämlich mit zum Strand.
00:13:05: Ich drücke Gerd an meine Wange.
00:13:07: Sofort kommen mir die Tränen.
00:13:09: Warum musst du immer heulen?
00:13:11: Genug habe ich
00:13:12: gesagt.".
00:13:13: Gerd kann meinen Gedanken lesen.
00:13:16: Ich soll das Reden ihm überlassen und mich selbst so angucken, wie er mich anguckt.
00:13:23: Seine Mundwinkel zeigen immer nach oben aber dein Mund ist halt genäht Gerd.
00:13:29: Ankerförmig zu einem ewigen Lächeln genähert.
00:13:31: du hast keine Wahl sag ich zu ihm.
00:13:33: Und ist es nicht auch ätzend wenn man immer alles weglächeln muss?
00:13:38: Null findet Gerd.
00:13:40: Sein Fell ist ganz platt an einigen Stellen.
00:13:43: Wie viele Liter Tränen, Schweiß und Speichel sein kleiner Körper wohl schon aufgesaugt haben muss seitdem er bei mir lebt?
00:13:50: Als wir uns kennenlernten war er flauschig und sein Bauch war weiß.
00:13:55: ich habe Gerb gerettet.
00:13:57: Ich bin vier oder fünf oder sechs.
00:14:00: Ich bin drei oder vier oder Fünf Und eine Lieferung mit neuem Spielzeug kommt im Kindergarten pitiplatsch an.
00:14:07: Am Tag zuvor haben wir aussortiert die großeligen Handpuppen Cowboy- und Indianerspielfiguren, sinnlose Kreisel mit denen eh niemand spielt.
00:14:16: Autos aus weichen Plasten – und leider auch mein Lieblingsbrettspiel – Hut auf Hut!
00:14:22: Unter den neuen Spielsachen über die sich alle freuen außer unsere Erzieherin Frau Brünner sind Barbies, Trolle mit bunten Haaren ein Krokodil, dem man mit einer Zange die Zähne rausziehen kann und die flauschigsten Plüschtiere, die ich je berührt habe.
00:14:37: unter ihnen Gerd Ein kleiner hellbrauner Hamster mit einem weißen, weichen Bauch und einem pinken Näschen.
00:14:45: Gerd will sofort zu mir!
00:14:47: Er hat Angst dass Frau Brunner ihn zurück in den Westen schickt wie sie es angedroht hat mit den Barbie-Puppen zu tun wenn wir weiter so laut mit ihnen spielen.
00:14:55: Mein Vater nennt Frau Brünner den Zimmerspringenbrunnen weil sie nicht gern mit uns in den Garten geht sondern immer will das wir drinnen spielen und zwar leise.
00:15:03: Die Wände unseres Gruppenzimmer sind voll mit Bildern die wir Frau Bruna gemalt haben damit ihre Kopfschmerzen weggehen.
00:15:09: heute helfen die Bilder nicht.
00:15:11: Frau Brunner ist fuchsteufelswild.
00:15:14: Mit einem riesigen Abfallsack rennt sie durch's Zimmer und sammelt alle neuen Spielsachen wieder ein.
00:15:20: Das habt ihr jetzt davon.
00:15:22: Ich habe euch gewarnt, das kommt jetzt alles weg, keift sie aber irgendwie weint sie auch.
00:15:28: So schnell ich kann stecke ich Gärt in meine Brot-Ski Meine Brottasche.
00:15:32: als meiner Mutter ihn am Abend findet Erkläre ich dass er vor Frau Brünner fliehen musste die ihnen den wilden Westen schicken wollte.
00:15:40: Die alte Kröte Sagt meine Mutter, nimmt Gerd das letzte Stück Kohlrabi aus der Pfote und steckt es sich in den Mund.
00:15:50: Eigentlich habe ich dich geklaut, Gerd.
00:15:52: Ach!
00:15:53: Water under the bridge.
00:15:54: Johannie sagt Gerd The past is gone and the future ist not here yet.
00:15:59: Er sagt es mit einem starken deutschen Akzent für den er nichts kann Komm leg dich hin Ich streiche dein Köpfchen
00:16:14: Sehr schön.
00:16:15: Jetzt hat man auf jeden Fall schon mal gemerkt, welche Leichtigkeit ich meinte, die da die ganze Zeit mitschwingt.
00:16:22: Wir haben es jetzt gerade schon gehört Es ist eine Erzählung in mehreren Rückblenden.
00:16:25: Eine Rückblende ist in die Kindheit.
00:16:27: Eine Rück Blende wird dann später nochmal kommen oder kommt häufig an den Buch zu der früheren Beziehung mit Rosa.
00:16:32: Rosa ist immer wieder auch Thema.
00:16:35: Die Kindheit isst in Ostdeutschland In den neunziger Jahren.
00:16:40: Alles sehr sehr spannend Gerd, wie kamst du denn auf Gerd?
00:16:44: Das kuschelt hier was zu ihr zur Seite stellst.
00:16:48: Ja also gerd kam recht spät dazu zum buch.
00:16:54: Also eigentlich war das Buch schon fertig.
00:16:56: jetzt was die ganze handlung betrifft und irgendwie ja ich glaube es gab so einen moment wo ich dachte Ich halte dass einfach nicht mehr aus wie einsam Johanna ist Und ich wollte das nicht so stehen lassen.
00:17:11: und dann habe ich weiß auch nicht.
00:17:13: Dann habe ich irgendwie diesen Gerd ihr erfunden, damit sie zumindest so ein Begleiter hat und den sich ja auch als Kind selbst erschaffen hat.
00:17:24: Und es passt da auch ganz gut.
00:17:25: Sie ist ja Synchronsprecherin schon als Kind geworden und hatte eine sehr große Fantasie.
00:17:32: So kam Gerd.
00:17:35: Spannend wie er in ihr Leben kommt?
00:17:37: Hätte auch sein können dass die Eltern nicht sehr viel präsent sind, weil sie einfach sehr viel arbeiten.
00:17:42: Dass die Eltern ihr den Gärtn geben aber sie klaut sich den regelrecht im Kindergarten.
00:17:46: Sie findet denen und klaut ihnen sich.
00:17:47: wie ist das in den Sinn gekommen dass sie sich den einfach aktiv erobert?
00:17:52: Ich weiß es nicht!
00:17:53: Das kann ich dir nicht beantworten.
00:17:55: Manchmal beim Schreiben dann ist man in so einer Szene drin und dann findet es passiert es so.
00:18:01: Es war so.
00:18:02: Sie hat ihn geklaut.
00:18:05: Bin ich total cool sonst total hart mit sich ins Gericht geht, also sie zweifelt viel an sich.
00:18:12: Sie beschreibt oder du beschreibst durch ihre Augen die anderen Charaktere sehr ja fast schon perfekt ganz tolle Menschen auf die sie da trifft, die ihr Leben voll im Griff hat.
00:18:24: Sie fragt sich dann einer Stelle wie man eigentlich richtig sein soll oder kann und stellt sich vor wie sie so andere Menschen sein könnte.
00:18:32: und trotzdem ist sie aber auch so taff dass er sich den Gerd klaut und den auch im Erwachsenenalter mit in den Urlaub nimmt, der einfach Teil ihres Lebens ist.
00:18:40: Und ich finde das gibt der Figur einfach noch mal eine ganz andere Komponente?
00:18:46: Ja, ich glaube...und jetzt wo wir drüber reden also in dem Moment wo sie Gerd geklaut hat war sie ja auch noch sehr jung!
00:18:51: Da hatte sie diese ganze innere Zensur und diese ganzen schrecklichen Gedanken über sich selbst.
00:18:58: Das hatte sie damals noch nicht.
00:19:02: Freier vielleicht und hat das irgendwie gemacht und auch keine großen Schuldgefühle gehabt.
00:19:07: Das würde sie vielleicht als Erwachsener nicht mehr machen oder nur dann bestraft von einer großen Charme-Attack hinterher?
00:19:15: Genau,
00:19:20: genau.
00:19:20: also auch nochmal zu diesem Kampf den Sie mit sich hatten, den ich gut nachvollziehen konnte dieses an sich zweifeln andere irgendwie bewundern für die verschiedenen Dinge, Gleichzeitig fliehe ich vor meinem Alltag, vor dem allem was zu viel wird.
00:19:38: Vor dem Synchronsprechen und der Beziehung die in die Brüche gegangen ist.
00:19:43: Und sie entscheidet sich dann dort zu bleiben.
00:19:45: Sie geht einfach nicht zurück.
00:19:48: Das ist immer ganz viel diesen Spagat den ich irgendwie spannend finde.
00:19:55: Sowohl ich trau mich nicht zurück als auch ich kann nicht zurück und ich bleibe hier... Und ich gehe aber auch nicht ans Telefon.
00:20:02: Ich sage auch niemanden Bescheid, dass ich jetzt hier bleibe oder was ich vorhab sondern die dürfen jetzt damit klarkommen.
00:20:09: Das finde ich total spannend das so zu lesen.
00:20:11: und innerlich denke ich immer oder habe ich gedacht beim Lesen Geh doch einfach ans Telefon und sag Bescheid.
00:20:16: Und wenn du zurückkriegst, was ist denn mit dem Job?
00:20:20: Was passiert dann eigentlich?
00:20:21: Also ich habe immer so mitgefiebert und dachte, ich würde dir gern sagen, komm, sag wenigstens bescheid, dass deine Agentin das zu wiederkommst oder... Aber das macht sie ja einfach nicht!
00:20:29: Sie ist da total gut im Aushalten, einfach abwarten.
00:20:33: Das finde ich erstaunlich.
00:20:37: ist die vernünftigere Art, wäre natürlich schon gewesen mal sich abzumelden.
00:20:41: Aber sie ist glaube ich an so einem Punkt.
00:20:43: Sie hat immer... Also das sage ich vielleicht, das habe ich vorhin nicht gesagt in der Zusammenfassung.
00:20:48: also Johanna hat schon als Kind angefangen, als im Grundsprecherin zu arbeiten und ist dann so als Kinderstar berühmt geworden.
00:20:56: Und hat seitdem durchgearbeitet und nach diesen zwei Wochen Urlaub die sie an der Allgabe macht kehrt sie da nicht nach Hause zurück.
00:21:04: also sie hat am Flughafen eine Panikattack und dann fährt sie nicht... Dann bleibt sie irgendwie dahängen und das darin gibt es finde ich auch so ne.. Also ich glaube sie kann aber auch einfach nicht.
00:21:15: Es ist auch nicht ganz frei wie ich glaube wenn sie die Wahl hätte dann würde sie wahrscheinlich schon eher auch mal anrufen und es nicht einfach nur so aussitzen und vermeiden.
00:21:24: Also ich glaube, das ist schon ein Zeichen dafür wie schlecht ihr geht dass sie das nicht mehr auf die Reihe kriegt und halt einfach da sich so treiben lässt.
00:21:35: Und trotzdem ist ja auch immer wieder aktiv dort.
00:21:37: also sie nimmt dann einen kleinen Job an und macht dann Dinge, die sie tun kann.
00:21:43: Sie zieht sich nicht komplett zurück und ist handlungsunfähig sondern macht sie dann immer wieder Dinge und geht dann weiter surfen etc.
00:21:53: Es gibt eine andere spannende Person, auf die wir auch später noch mal eingehen.
00:21:57: vielleicht kannst du sie kurz auch noch beschreiben.
00:21:59: Lush ist die Profisurferin um die es dann später nochmal geht den starken Karriereknick erlebt.
00:22:06: wie würdest du da beschreiben?
00:22:07: Wie die beiden also der eigentlich schon auch stark unterschiedlich sind wie wie du die zusammen gedacht hast
00:22:16: ich die zusammengedachter kannst du das nochmal?
00:22:19: Wie du so darauf kamst, dass es diese Person ist die ihre ganze Zeit lang Begleiterin in dem Buch wird.
00:22:26: Also neben Robin ist Luciana eine Person, die stark anders ist aber auch irgendwie ähnlich.
00:22:32: also sie haben beide schon einen kleinen Fluchtreflex würde ich sagen.
00:22:37: Sie sitzen sich in manchen Punkten sehr einig oder ähnlich und den anderen sind sie doch stark unterschiedlich voneinander.
00:22:44: war das klar, dass du da einfach noch so einen Kontrast schaffen wolltest?
00:22:49: Ich glaube so bewusst nicht.
00:22:52: Ich glaube bei mir, wenn ich schreibe es ist schon oft auch Figuren tauchen dann auf und dann durchs Schreiben lerne ich die kennen.
00:22:59: also das ist wirklich so ein Prozess den ich auch manchmal gar nicht so der gar nicht im Bewusstsein stattfindet dass sich sage die wird jetzt so und So und So weil sie die Und Die Funktion haben.
00:23:10: Sondern Es ist Schon so eine Art von Die Haben Dann So Ein Eigen Leben und Ich Lernen Sie Auch Kennen.
00:23:16: Aber Was Ich Jetzt Rückblickend sagen Könnte Ist Vielleicht, dass ja Lush eine Figur ist.
00:23:24: Die macht es einem sehr einfach.
00:23:26: Also die ist immer gut drauf also zumindest auf den ersten Blick und ich glaube wir kennen alle solche Leute, die einfach so ein total sonniges Gemüt haben und immer einen flotten Spruch offen lippen und die immer irgendwie aber auch so in bisschen so einer Art haben von ach komm jetzt stelle dich nicht an!
00:23:44: Und so ist Lush halt ein bisschen Johanna, die ja wirklich irgendwie in der Depression ist und auch irgendwie so was ein bisschen verklemmtes hat.
00:23:56: Lucy macht es ihr sehr leicht und sie zieht sie irgendwie mit und dann findet sie natürlich raus dass es Lucy auch nicht so gut geht.
00:24:03: Die hat halt nur andere Bewältigungsstrategien aber so treffen die sich.
00:24:15: Ja,
00:24:16: dann gerne nochmal kurz zum Thema Server Roman.
00:24:20: Also der Verlag hatte glaube ich geschrieben es ist ein Server Roman ohne Surfer Boys.
00:24:26: Ich fand das ganz spannend weil also habe ich geschmunzelt drüber und zum anderen als ich das Buch gelesen hatte, fand es fast schade dass sie sich für diesen Claim entschieden hatten oder für diesen Satz weil es geht um so viele Frauen und so viele Menschen die in den Buch surfen.
00:24:42: Und wie ging's dir damit?
00:24:45: Oder wie findest du den Satz?
00:24:47: trifft er dich vielleicht ein bisschen wenn du jetzt einen Roman schreibst über so viele tolle Frauen und dann gehts doch um Männer also Surfer Boys um die Abwesenheit der Surfer boys?
00:24:58: Also Ja, ich verstehe auf jeden Fall das Unbehagen und ich glaube, ich würde ihn auch nicht nochmal auswählen.
00:25:05: Also es wäre schon, glaube ich eigentlich schöner eine Mitformulierung zu haben statt ne Ohneformulierungen.
00:25:10: gleichzeitig ist es ja aber oft dann in so einem Marketing Kontext dass man halt ne Zuspitzung wählt.
00:25:16: Und wenn ich sage ein Surf-Roman ohne Surferboys, dann weiß ich halt sofort was ich sehe.
00:25:22: Das Bild ist irgendwie da und es ist catchy.
00:25:24: und so ist es glaube ich auch entstanden.
00:25:27: weil die Repräsentation von weil eigentlich alle Surf-Content, die man jetzt so aus Fernsehen filmen.
00:25:34: Es sind halt immer Männer, die surfend gezeigt werden und oder es verändert sich.
00:25:38: also das Buch ist von zweit... Also ich habe im Jahr zwei tausend neunzehn angefangenes Buch zu schreiben und Gott sei Dank verändern sich ja auch Dinge zum Positiven Und es gibt jetzt auch schon immer mehr weibliche Surferinnen, die auch mal surfend gezeigt werden nicht nur in Bikini am Strand.
00:25:53: aber daher kommt dass Ja, ich kann auch verstehen dass das eigentlich ein bisschen schade ist.
00:26:05: Man hätte sicherlich wenn man mehr Zeit gehabt hätte und mehr Leute die irgendwie so genau gewesen wären vielleicht auch einen anderen Marketing-Slogan entwickelt der vielleicht sogar noch ein paar mehr Leute dann abgeholt hätte.
00:26:21: aber ja ich weiß nicht ob ihr Marketing-Fans seid?
00:26:25: Ich bin es nicht!
00:26:27: Ich finde es auch alles super schwierig.
00:26:28: Es ist ja eh so krass, dann versucht man einen Slogan für ein Buch zu finden damit jemand sehr schnell sagen kann was du hier kaufst.
00:26:41: Tatsächlich hast du das gerade schon beschrieben.
00:26:43: ich habe Bilder im Kopf wenn ich über Surfsport nachdenke oder mich jemand ansprechen würde.
00:26:49: Was ist dein Bild zum Thema Surfsports?
00:26:51: Das sind normschöne, atletische durchtrainierte Menschen mit langen Locken, die im Wind wehnen auf Surfboards.
00:27:01: Das ist jetzt total überspitzt gesagt aber das ist so... also ich nicht, achtziger Jahre Baywatch oder irgendwie alles was danach kam es ja alles irgendwie ähnlich gelagert und das ist ja bei dir jetzt im Roman nicht so.
00:27:15: Also du zeigst ja den Surfsport von der anderen Seite nochmal und das finde ich sehr cool.
00:27:20: wie War dir das wichtig, da einfach nochmal noch mal ein bisschen Normalität reinzubringen in das Bild für Surfsport?
00:27:28: Oder geht es jetzt gerade nur mir so, dass wenn man an Surfsports denkt... Ich hoffe ich bin jetzt nicht die einzige.
00:27:33: Es gibt einzelne Schüttel.
00:27:34: Vielen Dank!
00:27:36: Ja also es hat zumindest meinen Blick nochmal geöffnet dafür, dass Surfsort auch anders aussehen kann.
00:27:40: Also danke dafür.
00:27:43: Das war mein Ziel.
00:27:46: Ich kann da auch noch mal ausholen, also wie in vielen Sportarten hat das ganz viel mit den... Also der Surfsport kommt ja eigentlich von Hawaii und er wurde dann im Zuge der Kolonialisierung sehr unterdrückt.
00:27:59: Und dann hat er sich irgendwann durch einen olympischen Schwimmer tatsächlich nach Australien und nach in die USA verbreitet.
00:28:09: und in den fünftigern ungefähr haben dann die ganzen großen sportmarken entdeckt.
00:28:14: ah hier gibt es irgendwie so einen neuen surf, so neun sport das machen sie mit diesen bretern da gehen wir rein.
00:28:22: Und die haben dann eben angefangen diese surf marken aufzubauen und dass eben zu einem lifestyle ding zu machen.
00:28:27: und da war dann eben total klar da gibt's halt irgendwie ein männliches und weibliches schülheitsideal.
00:28:34: Und daher kommt das, und das ist unverändert.
00:28:36: Das ist auch ein riesiger Druck für die Sportlerin nach wie vor.
00:28:41: Darüber schreibe ich im Buch auch an einer Stelle also dass sie einfach irgendwie einen wahnsinnigen Druck haben, wie Sie aussehen wenn Sie Wettkämpfe surfen.
00:28:50: Also dass Sie alle irgendwie... Dass Sie müssen ja eigentlich wahnsinnig stark sein und muskulös und teilweise aber auch mit Essstörungen kämpfen weil halt ständig von Ihnen Fotos gemacht werden da irgendwie nicht dick aussehen sollen.
00:29:03: Also all solche Sachen, man ist alles so krank aber auch nicht verwunderlich weil es unsere Gesellschaft ist.
00:29:08: und wenn man dann an den Stränden ist, jetzt weiß ich in Frankreich zum Beispiel wo ja schon sehr lange gesurft wird, sind dann eben auch Sechzig-Siebzigjährige die das surfen und es gibt irgendwie alte, junge, alle Körperformen.
00:29:25: Und auch des Thema Weidnis ist ja auch noch eins im Surfsport dass es halt so ein Sport für reiche weiße Menschen ist obwohl er eigentlich überhaupt ihm nicht gehört sondern eben von Hawaii kommt.
00:29:39: und jetzt habe ich ihn verloren.
00:29:44: Na ja schade!
00:29:47: Ach so genau, das ist auch eben für nicht weiße Sportlerinnen.
00:29:51: Also Surfsportlerin wahnsinnig schwer es überhaupt Sponsorship zu kriegen weil eben das Bild der Surferin die ist halt irgendwie weiß und blond.
00:29:59: Feminine und sie darf muss auf jeden Fall auch heterosexuell begehrbar sein.
00:30:03: ansonsten schlechte Karten aber auch da verändert sich zum Glück zumindest etwas.
00:30:10: Aber in meiner Recherche habe ich mit vielen SurferInnen gesprochen der Server.
00:30:17: Profisportlerinnen sind eigentlich lesbisch oder queer, aber die können sich alle nicht outen.
00:30:22: Ich weiß noch nicht ob das wirklich stimmt als Zahl, aber das gibt es auf jeden Fall schon recht
00:30:27: häufig.
00:30:29: Ja ich würde sagen wir hören uns nochmal eine zweite Passage an.
00:30:48: Bedacht und anmutig wie in jeder so auch in dieser Lebenssituation wartet sie durch die Brandung.
00:30:55: Nackt wirkt ihr Körper viel androgyner als in Kleidern, ah das will ich noch dazu sagen es gibt in dieser Passage einiges am Dialog der Englisch ist.
00:31:03: falls es da irgendwelchen Bedarf gibt nochmal zu übersetzen oder zusammenfassen können wir das hinterher noch machen sagt er einfach bescheiden bedacht und annutigt wie in jedasso auch.
00:31:15: in diese Lebenssituation wartet Sie durch die brandung.
00:31:18: Nackt wirkt ihr Körper viel andro gühner als in Kleidern.
00:31:22: Von dem kleinen Trampelpfad aus, der über die Felsen zum Strand führt war nicht so erkennen wie hoch die Wellen in der Bucht sind.
00:31:29: eine Welle roll auf Robin zu und türmt sich halshoch auf.
00:31:33: sie breitet die langen Arme aus und lässt sich von ihr rammen aber nicht mitreißen und verschwindet kurzzeitig im Weis der Gist.
00:31:39: ich soll kommen winkt sie niemand sonst badet.
00:31:43: nur ein paar vereinzelte Nackte liegen im Sand.
00:31:46: In vielen der kleinen Buchten habe ich das schon beobachtet zwischen Felsen und Grotten im Wasser.
00:31:52: Und an Land nackt seines hier sehr beliebt, auch wenn es offiziell nur an einigen als Pryanaturista ausgewiesenen Stränden erlaubt ist.
00:32:00: Ein Klischee über Aussis ist dass sie es kaum erwarten können sich alle Kleider vom Leib zu reißen sobald sie einen Strand betreten.
00:32:07: Dass die FKK ungefähr so lieben wie in Bautz-Nasenf.
00:32:11: Ich hab nackte sein um des Nackts sein willens noch nie genossen.
00:32:14: Ich streife meine Klamotten ab und sprinte Richtung Ozean, um es weniger lange sein zu müssen.
00:32:20: Der Ocean legt sich um mich ein eiskaltes Kleid.
00:32:23: ich kreische kurz auf Robin lacht Mit den Armen voranspring' ich der nächsten Welle entgegen und durchtauche sie drei vier fünf zehn weitere Sprünge Und mein Kopf beginnt sich zu leeren.
00:32:34: Bald trennt mich gar nichts mehr von meiner Umwelt nicht mal meiner Haut.
00:32:38: bald spüre ich alles.
00:32:39: bald bin ich da.
00:32:41: In die nächste Welle springen Robin und ich gleichzeitig.
00:32:44: Die übernächste brechen wir mit fester Brust, die danach mit dem Rücken.
00:32:48: In den folgenden werfen wir uns und paddeln sie ab als wären wir selbst die Surfboards.
00:32:54: Die darauf reißt uns die Füße weg, verstürzen uns in die Nächste.
00:33:00: In einer stürzt sich Robin entgegen und sie fängt mich.
00:33:02: Wir kippen um, wir tauchen auf.
00:33:05: Ich will ihr Wasser aus meinem Mund ins Gesicht spritzen.
00:33:08: ich will ihre Beine um meine Hüfte schlagen und ihre Probacken in meinen Händen knapp über der Wasseroberfläche halten Und selbst ganz fest stehen in den Meeresboden wachsen!
00:33:18: Ich will wissen ob Sie sich eingegremt hat.
00:33:20: Ihre Haut ist so hell mit mehr Sommersprossen als man zählen kann.
00:33:23: Ich will noch nässer sein Noch näher.
00:33:26: Aber was is'n mit lusch?
00:33:30: Als wir vom Baden zurückkommen, liegt Lush auf der Terrasse.
00:33:33: Ausgestreckt auf der Sitzgarnitur, die in Farbe und Form die Landschaft aufgreift, in der sie platziert ist.
00:33:40: Sie hat sich ihre Kappytief ins Gesicht gezogen und ihre Flippflops noch an – sie scrollt auf ihrem Handy!
00:33:46: Ich lasse Robbins handlos, Lus schaut auf….
00:33:49: Äh, Lesbians ruft sie uns entgegen und winkt als wären wir noch hunderte Meter entfernt, als hätten wir sie nicht längst gesehen….
00:33:59: Or Pan, sagt Robin als wir die Terrasse erreichen.
00:34:03: And I'm queer, sage ich and made love to a turtle once.
00:34:07: what does that make me?
00:34:08: Sagt Lusch und Robin verzieht das
00:34:10: Gesicht."I
00:34:11: was young," schiebt Lusch zu ihrer Verteidigung nach.
00:34:16: I don't judge", sagt Robin und kramt in ihrer Tasche nach dem Schlüssel um die Terrassentür aufzuschließen.
00:34:22: Lusch wendet sich mir zu.
00:34:24: Sie müssen wissen, wie sie mit ihrem Freund sprechen.
00:34:28: Sie verdienen es, sagt sie manchmal.
00:34:33: Sie heißt Mann.
00:34:36: Sie ist so ein angreiver Feminist.
00:34:38: Was ist ein angreiiver Femminist?
00:34:40: fragt Robin.
00:34:42: Ein Feminister, der immer angreifend ist.
00:34:45: Ist das nicht der Punkt des Feminismus?
00:34:48: Sagt Robin Trocken.
00:34:49: Seien angreift über die soziale Injustice, die Generequalität und den Rassismen all die absetzlichen Realitäten, die Leute brauchen zu sein, sonst werden sie nie geändert.
00:34:58: und verschwindet dann im Haus, ohne die Antwort abzuwarten.
00:35:01: Na!
00:35:03: I'm a laid-back feminist, antwortet Lusch, das dessen
00:35:05: mir.".
00:35:07: And what's that?
00:35:08: As long as they don't bother me, I am chill and when they bother me – Lusch hält inne – When They bother Me ,I'm also chill but inside i know their shit so turn my back on them.
00:35:21: Sie guckt mich zufrieden an Und ich?
00:35:24: Ich bin weder besonders wütend noch besonders chill, zu.
00:35:27: was für einer Feministin macht mich das.
00:35:31: Ein weiterer Mythos über den Osten ist ja der Gleichberechtigung.
00:35:34: hat Rosa im Zuge eine Recherche für ein Seminar während ihres Studiums festgestellt – im kleinen Rahmen.
00:35:41: Sie interviewte Zeitzeugen aus Ost und West aus ihrem persönlichen Umfeld zum Thema Emanzipation der Frauen.
00:35:48: Meine Mutter fühlte sich geschmeichelt als Expertin befragt zu werden.
00:35:53: Die hatten zwar Feminismus im Westen, aber eine Frau als Schäfte haben sie dann doch blöde geguckt.
00:35:58: Die Anzug Träger stimmt reif?
00:36:03: Wahrscheinlich neidisch weil die die Nadelstreifen besser standen johlte mein Vater reif.
00:36:08: Rosa hackte nach ob Sie sich vor oder nach der Wende gleichberechtigt er gefühlt habe.
00:36:14: Meine Mutter fiel ihr ins Wort, ich schämte mich.
00:36:17: Ach Quatsch!
00:36:18: Wir sollten einfach alle arbeiten für den Sozialismus.
00:36:20: Das ist noch lange keine Gleichberechtigung.
00:36:22: Darum ging es doch um unsere Arbeitskraft.
00:36:24: Chefs sind Freund zu Ostzeiten auch bloß nicht geworden.
00:36:26: und der Haushalt?
00:36:27: Den habe ich auch allein geschmissen.
00:36:29: das hat dein Vater bis heute nicht gelernt.
00:36:31: Bis heute redet meine Mutter über sich als eher siehst Chef.
00:36:36: Sie ist gelernter Maschinenbauer, sie ist Fleischfresser.
00:36:38: Sie ist Bürger-Autofahrer ehemaliger Raucher und Liebhaber von Funkmusik was die größte Überraschung ist.
00:36:45: Am schönsten war es mit meiner Mutter immer wenn es groovy wurde in ihrem Auto Wenn sie einmal im Jahr das Verdeck ihres Cabriolets öffnete Und mit Ain't Nobody Loves Me Better über die Autobahn bretterte.
00:36:59: Ich fühlte mich in diesen Momenten von einer Lebendigkeit ergriffen Die sich fast ecstatisch anfühlte.
00:37:05: Meine Mutter wurde zu einer fremden, geheimnisvollen Frau und ich hatte das große Privileg ihre Beifahrerin zu sein.
00:37:12: Ich glüte!
00:37:13: Im Nachklang dieser Fahrten litt ich wochenlang unter schrecklicher Angst meiner Mutter könnte etwas passieren wenn sie allein auf der Autobahn unterwegs war.
00:37:36: Als Unternehmerin, als Chefin, als arbeitende Frau mit Kind.
00:37:40: Als Elternteil einer homosexuellen Tochter.
00:37:42: Als Frau in dieser Gesellschaft Wie kannst du keine sein?
00:37:46: Ich war beeindruckt von ihrem Mut meiner Mutter so viele Fragen zu stellen und ihr so eine Frage zu stellen sie so infrage zu stellen.
00:37:54: Nicht mal mein Vater traute sich das.
00:37:57: Meine Mutter nahm es seltsam gelassen Sie sei unpolitisch.
00:38:01: aus Überzeugung sagte sie Sie sei es vor der Wende gewesen zu ihrem eigenen Schutz und habe auch nach der Wendung keinen Grund gesehen, das zu ändern.
00:38:10: Ich traue niemandem bei ihrer Begründung.
00:38:13: Keinem Politiker, keiner Partei, keinem Gericht, keine Organisationen, keiner Bank, kein Mitarbeiter, keiner Schlagzeile, keiner Packungsbeilage, keiner Bauanleitung – und auch keinem Feminismus!
00:38:25: Ich trau nur mir selbst und manchmal
00:38:27: reif.".
00:38:29: Damit war das Gespräch beendet.
00:38:39: die Gleichberechtigung und Feminismus, Ostdeutschland und Vergangenheit und Gegenwart da zusammenkommen.
00:38:46: Als was für eine Feministin würdest du dich eigentlich bezeichnen?
00:38:51: Das fiel mir gerade erst ein sonst hätte ich dich vorgewarnt.
00:38:56: Kommt auf die Tagesraum an!
00:38:58: Heute jetzt?
00:38:59: Heute bin ich eine herzliche Feministen
00:39:04: wunderbar.
00:39:04: Aber manchmal bin ich auch wirklich ne büttende Feministerin.
00:39:08: Manchmal bin ich noch ne Feministe im Urlaub Manchmal bin ich auch so eine, ach komm wird schon gehen Feministin.
00:39:17: Und dann wieder... Ja
00:39:21: das kenne ich alles sehr gut und tatsächlich hatte das auch eine Supervisurin mal empfohlen man darf auch mal Urlaub machen weil ich mir nie Urlaubgönne vom Feministen sein oder auch Urlaub Gönne Anti-Rassistin sein.
00:39:35: und ich sagte, man darf auch mal eine Zugfahrt lang einfach die Ohren zu machen oder sich wegsetzen.
00:39:40: Und muss nichts sagen.
00:39:41: Ich finde diesen großartigen Tipp
00:39:43: hast du es hingekriegt?
00:39:46: Zähne knaschend!
00:39:48: Also es ist halt mehr leichter einfach was zu sagen als auszuhalten.
00:39:53: aber ja also das war jetzt eine schöne Umschreibung.
00:39:55: Die kenne ich auch alle die Feministinnen.
00:39:57: Es ist immer spannend mit welcher Feministe man aufwacht und welche Triggerpunkte es braucht.
00:40:05: Es ist dir dann leicht gefallen, über die Kindheit in Ostdeutschland zu schreiben.
00:40:09: Weil du auch selbst in OstDeutschlands groß geworden bist.
00:40:11: oder war das was ich für dich irgendwie natürlich angefühlt hat?
00:40:18: Ja auf jeden Fall und was ich auch wollte also dass es ja auch zum Glück etwas was sich verändert gibt jetzt immer mehr Stoffe Bücher mit ostdeutschen Perspektiven.
00:40:30: aber Das war mir schon explizit wichtig, dass es auch bei Johanna eben diese ist und keine andere.
00:40:37: Und ich habe viele aufgenommen und viele meiner Freundinnen waren zu der Zeit auch in Ostdeutschland Kinder und das war für mich irgendwie eigentlich gar keine Frage, war ganz selbstverständlich.
00:40:51: Ich finde es spannend, dass du Feminismus in einer DDR aufnimmst als Thema.
00:40:57: Also kannte das bis jetzt überhaupt nicht aus Romanen, vielleicht lese ich die falschen Romane.
00:41:01: Aber diesen Punkt Gleichberechtigung von Frauen in Ostdeutschland in der Erwerbsarbeit aber nicht im Haushalt also dass was man so kennt wenn man hier groß wird, aber dass man das tatsächlich mal im Roman liest fand ich total cool.
00:41:14: Ich habe mir auch die Stelle explizit gewünscht weil ich das einfach wirklich großartig fand es einfach mal zu lesen.
00:41:21: Das ist dann da kann man sich doch nochmal bei meiner Mutter und bei meiner Tante bedanken.
00:41:27: Das hat sich nun zugetragen in einer anderen Form bei uns Weihnachten.
00:41:32: Ich war damals im Kur feministischen Theater-Kollektiv und kam also immer nach Hause, habe versucht meinem Vater was beizubringen, was überhaupt nicht gut ankam... Und mein Vater dann irgendwann so ein bisschen war wie, ja was willst du denn immer mit diesem Zeug?
00:41:46: Mit diesem Feminismuszeug?
00:41:48: Du brauchst uns hier auch gar nichts erklären weil wir hatten das ja alles schon!
00:41:54: Und dann waren meine Mutter und meine Tante, die sich beide auch wirklich keine... Die würden sich beide nicht für Minister nennen.
00:42:02: Und die treten sich irgendwie so um.
00:42:03: Beide guckten ihn an.
00:42:05: Dann haben sie ihm so dermaßen geleckt hat und haben eben das so dermaßen reingerieben was er eigentlich keine Ahnung hatten dass es nicht stimmt.
00:42:13: und eben haben all diese Dinge gesagt habe ich schön mitgeschrieben
00:42:18: Großartig, das heißt man sollte immer so ein Stift und Papier dabei haben.
00:42:22: Definitiv als Autoren
00:42:23: lohnt sich.
00:42:27: Was ich auch total spannend fand dieses Verständnis sich selbst als er zu bezeichnen.
00:42:32: also ich mache viele Workshops in verschiedenen Settings und hatte neulich eine Situation.
00:42:37: da war ich im Kindergarten und ich hatte ein rein weibliches Team vor mir sitzen die sich selbst weiblich bezeichnen würden.
00:42:46: Und dann sitzen da einfach fünfzehn Frauen vor mir, die von sich selbst als Erzieher sprechen und immer wieder der Erziehrberuf und dann muss das ein anderer Erziehe sein
00:42:56: etc.,
00:42:57: ich fand es so schräg!
00:42:59: Ich dachte wir sind hier in einem Raum, wir sind jetzt alles Frauen.
00:43:01: Wir können hier einfach Erzieherninnen sagen oder uns auf irgendwas einigen und das fand ich total... Spannend, dass das überhaupt nicht im Bewusstsein ist.
00:43:10: Also, in den Jahr zwanzig.
00:43:12: Und ich habe das dann immer mal so gedroppt und die Erzieherinnen und so weiter und sofort.
00:43:17: und dann merkte ich so im Laufe des Tages und einzelne Menschen fingen an zu sagen ja eine Erziehrin hat vielleicht setzt sich doch noch ein bisschen was durch bei Einzelnen, dass sie merken man kann auch mein Geschlecht also man kann es auch gendern.
00:43:31: da ist man noch lange nicht beim Gender Stern angekommen.
00:43:34: aber da ist meine Versuch so wenigstens schon mehr eine kleine Hilfestellung zu geben so in diese Richtung sich zu bewegen, weil Sprache bewegt ja auch wahnsinnig viel.
00:43:46: Ist das was aus Deutschland oder ist es einfach etwas aus der Zeit?
00:43:50: Was würdest du sagen?
00:43:51: also ist das einfach hängen geblieben?
00:43:54: oder war das in den Neunzigern einfach überall der Fall?
00:43:56: oder gibt's Regionen wo das stärker noch verhaftet ist dass sich selbst als er zu bezeichnen?
00:44:03: Also ich habe darauf keine, also jetzt auch nicht die absolute Antwort.
00:44:07: Aber wie ich es wahrnehme ist es vielleicht schon stärker in Ostdeutschland so ein Gefühl... Ich kenne wirklich einige Frauen, die das total ablehnen sich als die weibliche Form zu benutzen Auch aus dem Gefühl heraus von Das hab' ich nicht nötig Weil ich eben Ich brauche diese Krücke fast schon nicht.
00:44:35: Also, ich musste auch gerade denken an... ...ich hatte eine ganz tolle Deutschlehrerin in der Schule die wirklich... Die hat uns irgendwie so Anfänge der Gleichberechtigungsbewegung beigebracht.
00:44:47: Die war super inspirierend!
00:44:48: Die war ein krasses Feministin wie sie gelebt hat und dann hat sie aber auch.
00:44:52: irgendwann gab es mal eine Situation da war ich vielleicht so fünfzehn oder so und sie redete eben über sich als Lehrer und ich habe dann irgendwie so ganz vorsichtig gesagt und Lehrerinnen dass ich eine Frau bin, weiß ich selber.
00:45:04: Und das hatte irgendwie sowas und ich würde es auch... Also ich sehe es eigentlich natürlich auch so, dass Sprache erschafft Realität und ich finde das Gender total wichtig.
00:45:14: aber ich kann es irgendwie auch respektieren wenn Menschen sagen sie wollen das nicht machen.
00:45:20: Es bedeutet ihnen nichts und die fühlen's einfach nicht, die weibliche Form zu benutzen.
00:45:27: und ja.
00:45:30: Sprach ist ja auch immer ein Bandel vielleicht?
00:45:31: Das ist doch sich gerade einfach nochmal ganz anders entwickelt und man findet irgendwann ganz andere Formen.
00:45:38: Also die genderneutrale Formulierungen waren ja auch schon mal um die Jahrhundertwende stark, also die zu Fußgehenden, die Radfahrenden
00:45:46: usw.,
00:45:47: vielleicht kommt man da auch wieder hin dass man das stärker einfach noch einmal doch im Neutralitätsform ausdrückt.
00:45:53: aber ja ist auf jeden Fall spannend.
00:45:55: Ich würde dich bitten nochmal die letzte Szene vorzulesen.
00:46:01: Da gehen wir nochmal an ein anderes Thema.
00:46:03: Ah ja.
00:46:04: Lush gibt jeden Tag Surf-Unterricht außer Sonntags und kommt nach der Arbeit meistens ins Haus.
00:46:11: Robin hat ihr Angeboten auch einzuziehen, Platz gäbe es ja genug – wenn sie eh immer hier sei?
00:46:17: What does a lesbian bring on the second date?
00:46:20: Einen Umzugswagen!
00:46:22: Lush kannte den noch nicht aber sie will ihr Zimmer bei ihrer Schwester Maya und ihrem Freund vorerst behalten.
00:46:28: Robin ist meist den ganzen Tag unterwegs, um Leute zu treffen und Gespräche zu führen.
00:46:32: Sie ist Coach – nicht Surfcoach wie Loosh sondern Live-Coach!
00:46:37: Wieder eine Sache die sie beiläufig erwähnt als wir am Morgen über unseren Porridge-Scheinen sitzen und dann ist sie auch schon aus der Tür eine Klientin treffen.
00:46:46: Sie hat sich auf Mitlight Evaluations und Conscious New Beginnings spezialisiert.
00:46:51: Ab dem Frühjahr will sie hier im Haus Retreats anbieten.
00:46:54: Sie hat mir Ihre Visitenkarte dargelassen, auf der die Adresse Ihrer Webseite steht.
00:47:00: AnythingEverything.com ist ein ziemlich polierter Internetauftritt einer karismatischen Person, die mir sehr fremd vorkommt wie sie da so aus dem Foto heraus lächelt.
00:47:11: Beth!
00:47:13: Your coach for anything and everything steht darunter.
00:47:18: Beth?
00:47:19: Lucy schaut nur kurz von ihrem Handy auf um einen Blick auf mein Screen zu werfen den ich ihr hinhalte
00:47:25: Beth?
00:47:27: Wiederhole ich Coach Robbins Namen, weil ich es anscheinend nicht verstehe.
00:47:32: I've been trying to get to know her for almost a year now, sagt Lusch.
00:47:37: Now i'm staring at her pussy and still she's the mystery to me To everyone Everyone And Anyone Sagt sie und wendet sich wieder ihrem eigenen Screen zu.
00:47:48: Sie guckt sich Stories bei Instagram an.
00:47:51: Sie guckt sich ständig Stories an, jedes Mal wenn sie die App öffnet sind neue da und sie öffnete ungefähr alle zehn Minuten.
00:47:59: Ich lege mein Kinn auf ihre Schulter so dass ich mit reinschauen kann.
00:48:02: selbst weigere ich mich seit Jahren standhaft wenn meine Agentin mir einmal pro Quartal vorschlägt mir ebenfalls einen Account zuzulegen für Business.
00:48:12: Kolleginnen machen das längst Posten Behind the Scenes aus dem Studio und Promo für ihre Filme und Synchron-Challenges.
00:48:19: Wobei das ist, glaube ich eher bei TikTok womit ich mich noch weniger auskenne.
00:48:23: In Loose Feed surfen alle.
00:48:26: Eine Surferin mit der sie in die Grundschule gegangen ist eröffnet ein Surfcamp in Marokko.
00:48:31: eine brasilianische Surferinn ist nach einem schweren Unfall das erste Mal wieder am Wasser.
00:48:36: Ein Surf-Retreat auf Bali in dem Lushmal war, wirkt mit neuen Wellnessanwendungen.
00:48:41: Ihre Lieblingssurferin ist auf Promo Tour für ihr Biopic.
00:48:45: Eine Surferin im Sunset Beach ist stoked nach der heutigen Session.
00:48:49: Eine surferin in Wakayama ist stoke nach der heute Session.
00:48:53: Ihr ehemaliger Coach hat ein neues Bild geposted.
00:48:56: Er umarmt sein jüngstes Talent nach dem ersten Ride auf dem neuen Board eines Sponsors.
00:49:01: Beide halten die Daumen in die Kamera.
00:49:03: Das Bild wurde hier in der Nähe gemacht, ich erkenne den Strand.
00:49:07: Lusch zeigt dem Screen den Mittelfinger.
00:49:10: Eine der jungen Nachwuchssurferinnen die Lusch als Teamleiterin des Wettkampf Kadas ihre Sponsors trainiert hat fliegt bei einem Qualifikationsturnier für die Weltmeisterschaften knapp raus.
00:49:20: sie macht ein tapferes Gesicht.
00:49:22: Eine Hollywood-Schauspielerin macht einen Surfkurs auf Maui.
00:49:25: Bei einer Competition in Australien stehen Gewinner und Gewinnerinnen mit ihren Preissecks nebeneinander, auf dem Siegertreppchen seiner zeigt sechstausend Dollar Preisgeld ihrer nur dreitausend Dollar.
00:49:37: Die Caption der Surferin lautet I promise i didn't write only half of the waves.
00:49:42: dahinter ein Zwinke-Emoji.
00:49:44: die Kommentare sind voller Glückwünsche.
00:49:47: niemand scheint die Kritik zu verstehen oder ernstzunehmen.
00:49:50: Lusch erklärt mir, dass das leider immer noch üblich sei.
00:49:53: Weibliche Surferinnen bekämen bei vielen Wettkämpfen ein geringeres Preisgeld als die Männer.
00:49:59: Allen sei völlig bewusst, dass es ungerecht ist aber es ändere sich trotzdem nicht oder nur langsam.
00:50:05: Außerdem müssen die Athletinnen oft unter schlechteren Bedingungen surfen, während die Wettkämpfe der Männer auf die Tage mit den besten Wellenbedingungen gelegt werden.
00:50:12: Die Serverin des Teams, mit dem Lusch fast sechs Jahre von Surfbreak zu Surfbreak, von Turnier zur Turnier gereist ist bevor sie es letztes Jahr verlassen musste sind in Südfrankreich und bereiten sich auf den nächsten Wettkampf vor.
00:50:26: Wir schauen uns auch deren Stories an, in denen sie mit Kettlebells und Battling-Ropes trainieren bei Sonnenaufgang zu Surf-Sessions aufbrechen und nach dem Surfen Croissants kaufen.
00:50:36: Louche kennt die Bäckerei – letztes Jahr stand sie selbst noch dort an der Theke.
00:50:47: Letztes Jahr war auch sie in diesen Surfbikinis, Yoga-Pants, Sportshirts, Hoodies, Sweatpants und Outdoorjacken auf denen das Logo des Sportartikelherstellers prangt der das Team finanziert.
00:51:00: In all diesen Stories zu sehen wurde am Abend in der Surfvilla vom Team Massur massiert und hat für ihre Kollegin Aros de Marisco ein portugiesisches Reißgericht mit mehr Meeresfrüchten gekocht.
00:51:13: Sie erzählt mir von einem magischen Nachmittag vor ein paar Jahren, an dem der Innenhof des Hauses gefüllt war mit Surferinnen in baggy-sitzenden Bordshorts.
00:51:22: Die Bier trinken beieinander auf dem Schoßsaßen die die langen Haare zum nachlässigen Dutz zusammengebunden hatten und sich bei einer der Surferin die Gitarre spielte.
00:51:33: noch was von Tegan and Sarah wünschten Die sich ungehemmt umarmten und küsten, weil kein Coach, kein Manager keine Presse, keine Vertreterinnen der Surfindustrie zugegen waren an diesem Nachmittag.
00:51:45: In Schichten überwachten sie die Tür!
00:51:47: Und als Sie gegen Abend noch bei einem Sponsoren-Event erscheinen mussten, tauschten sie die Bordshorts gegen etwas figurbetonteres kurze Jeans Shorts, bauchfreie Tops ein enger liegendes aber trotzdem sportliches Kleid Lösten ihre Zöpfe, legten ein paar filigrane Kettchen oder Ohrringe an und giggelten als würden sie sich für eine Kostüm-Party zurecht machen.
00:52:10: Zum ersten Mal fühlte es sich richtig herum an.
00:52:13: Bevor Sie das Haus verließen, küsste Lush ein letztes Mal Magó mit der sie eine heimliche Romanze hatte für die anderen ungefähr zwanzig Frauen sichtbar und war stolz.
00:52:23: Sie dachte so könnte es vielleicht gehen.
00:52:26: Ab dem nächsten Tag aber ging Magó ihr aus dem Weg.
00:52:30: Ihre Teamleiterin hatte von der Party gehört und auch, dass sie was mit Lusch hatte.
00:52:35: You better not let that shit leak to the industry war ihre simple Anweisung gewesen Und Margot folgte ihr eingeschüchtert.
00:52:44: Lusch war hardbroken für den Rest der Tour Erzielte mittelmäßige Ergebnisse und heulte sich bei ihrer Schwester Maya am Telefon aus.
00:52:51: Maya die sie fragte warum Sie sich diese Scheiße antur und ob sie nicht einfach nach Hause kommen wollte Lush, die sich das nicht fragen wollte.
00:53:00: Lush stößt einen tiefen Seufzer aus und drückt den Sperrbutton ihres Handys.
00:53:06: Enough with the whining!
00:53:08: Kiss me!
00:53:09: Wir machen ein bisschen auf der Küchentäke rum bis Lush dringend aufbrechen muss.
00:53:14: Während sie im Bad ist schmier ich ihr in Käsebrot zum Mitnehmen und pack es an eine der unzähligen Tupperdosen, die Robin zu Horten scheint was überhaupt nichts zu ihr passt.
00:53:23: Ich gebe Lust zum Abschied die Dose und sie gibt mir einen Kuss wie ein Ehemann, dann verlässt auch ihr Auto über den Schotterweg das Grundstück.
00:53:31: Mein Tag beginnt!
00:53:51: Ich starre in den Kühlschrank, ich schneide mir die Fußnägel.
00:53:58: Ich mache Lügestütze und dann ohne Stützen.
00:54:00: Ich starren in die Gemälde, die überall im Haus an den Wänden hängen.
00:54:05: Ich entdecke einen riesigen Bücherwand.
00:54:08: Im zweiten Stock und wundere mich das die Hälfte der Bücher auf Deutsch – die andere Hälfe auf Portugiesisch ist.
00:54:14: Manche auf Deutsch unportugiesische!
00:54:16: Ich versuche mich an portugiesischer Witze zweisprachig.
00:54:20: Ich stelle die Waschmaschine an.
00:54:22: Ich werfe mich in die Wellen und schwimme, wenn der Ozean flach vor der Küste liegt.
00:54:43: Ein Käfer, der aussieht wie ein Bus eiert über den trockenen Boden.
00:54:58: Ich warte darauf, dass sie nach Hause kommen!
00:55:18: kalte Füße, aber ich weiß nicht in welchem Schrank meine Socken sind.
00:55:21: Immer läuft mir die Nase.
00:55:23: Wenn auf keinen Sender mehr Kartons kommen und ihr wachsenden Anfangen anzüglich zu werden ist es spät.
00:55:28: dann muss ich ins Bett.
00:55:29: Ich ziehe mein Nachthemd an und krieche unter meiner kalten Decke.
00:55:33: Gerd ist da und schmiegt sich an mich.
00:55:34: Wir schlafen.
00:55:35: ein Morgens weckt mich meine Mutter und fragt ob ich gestern Abend Zähne geputzt habe.
00:55:40: Gerd antwortet für mich und sagt in förmlichem Ton selbst redend Aber das ist gelogen.
00:55:55: Vielen Dank.
00:55:56: Also auf jeden Fall auch bei den ganz tiefen Szenen und den ganz eigentlich schwierigen, tiefen Inhalten gibt es immer wieder Stellen zu denen man schmunzeln muss.
00:56:06: die Ameisenstraße hat mich beim Lesen auch sehr nochmal abgelenkt aus dem eigentlich sehr schwierigen Thema was man gerade gelesen hat.
00:56:13: Sport ist ja auch nur ein Abbild der Gesellschaft Und insofern ist da natürlich auch sehr viel Sexismus und Queerfeindlichkeit verbreitet.
00:56:23: Dramatik, die sich aber da dann erst mal wieder im Profi-Sport wahrscheinlich eher zeigt ist.
00:56:28: Dadurch dass es alles kommerzialisiert ist wird das einfach wie so ein Brennglas nochmal viel deutlicher.
00:56:37: Also ich kann mir das vorstellen, dass das in vielen Sportarten der Fall ist.
00:56:40: also nach dem einen Outing was es im Profifußball-, Männerfußballmal gab, gab's ja ein paar noch danach Aber viele auch nicht und wahrscheinlich sind die Zahlen, die man kennt gar nicht je die es sind.
00:56:53: Das umfasst ja wahrscheinlich mehr als den Surfsport richtig, also das ist ja wahrscheinlich ein sehr großes Phänomen.
00:56:59: Du sagst du hast damit Profisurferinnen auch gesprochen darüber?
00:57:04: Wie ist es so in der Szene?
00:57:08: Ja genau wie in vielen Sportarten ja auch ich bin jetzt auch keine Explizite.
00:57:14: Ich bin jetzt kein Sport Nerd aber Man kriegt es ja immer wieder mit.
00:57:18: oder gerade wenn jetzt so, jetzt kam hier Heated Rivalry raus.
00:57:22: Diesen Winter haben einige vielleicht auch gesehen.
00:57:24: und dann darüber nochmal die Diskussion wie Homophob eigentlich Eishockey ist und Surfen.
00:57:32: Ich habe heute grade auch mit jemandem darüber geredet Also ist die Situation für Ich sage jetzt mal wirklich Frauen, also nicht genderqueere Menschen und Trans-Menschen gibt es glaube ich auch gar nicht im Profisurf Sport.
00:57:50: Aber die Situation für die weiblichen Surferinnen verbessert sich tatsächlich schon.
00:57:54: Also es gibt inzwischen Equal Pay Herzlichen Glückwunsch gleiche Preisgelder Und es gibt auch Es gibt einige Surferen, die sich auch so aktivistisch betätigen.
00:58:09: Die Repräsentation auch von so nicht normschönen Körpern hat sich auf jeden Fall verändert, aber es ist halt immer noch sehr schwer.
00:58:19: Und also schwule Surfer das ist gleich nochmal komplett undenkbar habe ich eigentlich wirklich noch nie von gelesen oder gehört.
00:58:31: Jetzt hab' ich trotzdem den Wunsch, noch etwas Positives zu sagen weil was sich ziemlich schön finde in der Surf-Community ist dass es immer mehr... Es gibt immer mehr Flinter-Surfcamps.
00:58:42: Das ist ziemlich cool und es gibt auch in einigen Orten, also wir zum Beispiel in den USA.
00:58:46: Da gibts nicht so viele Surfcamps aber da gibts natürlich an der ganzen West-Küste.
00:58:51: Da wird natürlich wahnsinnig viel gesurft und dann gibts zb so queere Paddle Outs wo sich Leute zusammen schließen und wo dann queere Menschen irgendwie einen Anschluss haben die jetzt nicht unbedingt alleine weil die Lineups sind halt super machistisch.
00:59:06: Also teilweise ich fühle mich da auch wenn ich alleine rauspaddle oder so meistens super unwohl weil es einfach irgendwie so achtzig Prozent duzt und da wird auch wirklich, da wird gepöbelt.
00:59:16: Da wird reingedroppt.
00:59:17: das ist wirklich nicht schön und so.
00:59:20: wenn man aber als Gruppe geht Es ist natürlich was anderes und da fühlt man sich sicherer dass es total toll und dann eben auch gibt immer mehr Angebote für Frauen und queere Menschen in so Surfcamps wo man dann unter sich ist.
00:59:36: Und da war ich jetzt in den letzten Jahren auch schon... Ich war auch mit meinem Buch letztes Jahr auf Lanze Rote im Surfcamp und habe da eine Lesung gemacht, und zwar wirklich so schön!
00:59:45: Das war so ein explizit queeres Surfcamp.
00:59:47: Die heißt Wave Siblings.
00:59:49: Waves Sisters, das ist wirklich ganz toll.